Düsselbeginen

Beginen heute

Beginen heute:

Wir Heutigen nennen uns Beginen nach dem Vorbild tausender Frauen, die seit dem frühen 13. Jahrhundert unabhängig, selbstständig und caritativ lebten und wirkten. Damals machten sie sich frei vom Einfluss der Kirche, der Stände, der patriarchalen Diktate. Sie gründeten große und kleine Gemeinschaften, verdienten eigenes Geld u.a. mit Handwerk, Krankenpflege und Sterbebegleitung. Sie waren Lehrerinnen, Verwalterinnen, Beraterinnen. „Gute Leute“, „Feldnonnen“, „Waldschwestern“, „Schwestern des freien Geistes“ wurden sie auch genannt.
Seit den 1990er Jahren füllen Frauen diesen Geist wieder mit Leben: Ob christlich-kirchentreu, ökumenisch-weltoffen, feministisch-spirituell, oder politisch-sozial - wir fühlen uns der Tradition des Beginengedankens verbunden: Gemeinsam bewegen Frauen viel. Frauenkraft ist eine besondere. Frauen bewirken Gutes in der Gesellschaft.
Inzwischen gibt es in Deutschland 16 Beginenhöfe, in denen mehr als 200 Frauen leben und wirken. Weitere ca 300 Beginen leben als Einzelbeginen im Sinne unserer Tradition.
Seit 2004 haben wir uns unter dem Dachverband der Beginen zusammengeschlossen. Wir veranstalten regelmäßig Reisen zu den alten und modernen Orten der Frauenkultur. Jährlich am letzten Augustwochenende veranstalten wir ein bundesweites Beginentreffen mit Vortrag, Infos, Gesang, Spiel und Tanz. Und viel Spaß!
Detaillierte Informationen über alle unsere Beginenhöfe, die Treffen und Reisen sind auf der Webseite www.Dachverband-der Beginen.de  zu finden.
Die neue Beginenbewegung in Deutschland entwickelte sich seit 1985 in verschiedenen Städten, zunächst als Beginenvereine, die später die ersten Frauenwohnprojekte als „Beginenhöfe“ initiierten.
Die heutigen Beginen verbinden den Wunsch nach einem eigenständigen Leben mit dem eines gemeinschaftlichen Miteinanders im Wohnen, teilweise auch im Arbeiten.

Beginenhausgemeinschaften bestehen in Berlin, Bielefeld, Blaubeuren, Bochum, Bramsche, Bremen,
Delbrück, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Meschede, Schwerte, Tübingen und  zwei in Unna.




(Quelle: www.dachverband-der-beginen.de)  Stand 30.08.2018

Beginen damals:

Die „Bewegung“ der Beginen entstand im 12. Jahrhundert in den Niederlanden. Unverheiratete Frauen schlossen sich zusammen, um außerhalb von Klostermauern ein geistliches und tätiges Leben zu gestalten. Diese Bewegung wurde von keiner kirchlichen oder weltlichen Institution gesteuert. Sie lebten in Konventen und Beginenhöfen, legten ein „Versprechen“ ab, wählten eine
„Meisterin“, gaben sich eigene Regeln und waren überwiegend wirtschaftlich unabhängig.
Sie arbeiteten u. a. als Handwerkerinnen, Künstlerinnen und Kauffrauen und in allen Heil- und Lehrberufen. Sie teilten das gemeinsam erwirtschaftete, behielten aber ihr privates Vermögen. Sie widmeten sich z. T. der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in den damals entstehenden Städten.
Bis ins 15. Jahrhundert waren die Beginen in ganz Europa verbreitet, allein in Deutschland gibt es noch in über 600 Städten Archiv-Materialien über Beginen.
Entscheidend für den Niedergang der Beginen wurde ihre Art zu leben, wodurch sie in das Spannungsfeld anderer rivalisierender Mächte und Gruppen gerieten. Kirche, Ratsherren und Zünfte trugen ihre Konflikte auf dem Rücken der Beginen aus.
Die letzte Begine starb im katholischen Essen erst 1884, die letzte im katholischen Bremen gar erst 1997!
(Quelle: Dachverband der Beginen e.V.)


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