Wir Düsselbeginen

Beginen heute & gestern

Beginen heute:

Die neue Beginenbewegung in Deutschland entwickelte sich seit 1985 in verschiedenen Städten, zunächst als Beginenvereine, die später die ersten Frauenwohnprojekte als „Beginenhöfe“ initiierten.
Die heutigen Beginen verbinden den Wunsch nach einem eigenständigen Leben mit dem eines gemeinschaftlichen Miteinanders im Wohnen, teilweise auch im Arbeiten.
Spiritualität, soziales und politisches Engagement können in den verschiedenen Gemeinschaften moderner Beginen eine mehr oder minder große Rolle spielen. Auch bezüglich Alter, Herkunft, Ausbildung und Lebensläufen sind Beginen sehr vielfältig: verwitwet, geschieden, ledig oder getrennt lebend, lesbisch oder heterosexuell, mit oder ohne Kinder.
Beginenhausgemeinschaften bestehen in Berlin, Bielefeld, Bochum, Bramsche, Bremen,
Delbrück, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Schwerte, Tübingen und Unna.

(Quelle: www.dachverband-der-beginen.de)

Beginen damals:

Die „Bewegung“ der Beginen entstand im 12. Jahrhundert in den Niederlanden. Unverheiratete Frauen schlossen sich zusammen, um außerhalb von Klostermauern ein geistliches und tätiges Leben zu gestalten. Diese Bewegung wurde von keiner kirchlichen oder weltlichen Institution gesteuert. Sie lebten in Konventen und Beginenhöfen, legten ein „Versprechen“ ab, wählten eine
„Meisterin“, gaben sich eigene Regeln und waren überwiegend wirtschaftlich unabhängig.
Sie arbeiteten u. a. als Handwerkerinnen, Künstlerinnen und Kauffrauen und in allen Heil- und Lehrberufen. Sie teilten das gemeinsam erwirtschaftete, behielten aber ihr privates Vermögen. Sie widmeten sich z. T. der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in den damals entstehenden Städten.
Bis ins 15. Jahrhundert waren die Beginen in ganz Europa verbreitet, allein in Deutschland gibt es noch in über 600 Städten Archiv-Materialien über Beginen.
Entscheidend für den Niedergang der Beginen wurde ihre Art zu leben, wodurch sie in das Spannungsfeld anderer rivalisierender Mächte und Gruppen gerieten. Kirche, Ratsherren und Zünfte trugen ihre Konflikte auf dem Rücken der Beginen aus.
Die letzte Begine starb im katholischen Essen erst 1884, die letzte im katholischen Bremen gar erst 1997!
(Quelle: Dachverband der Beginen e.V.)

Eine Renaissance der Beginen

Freimauerer, engl. Clubs und Studentenbünde - alles starke Zusammenschlüsse von Männern, mit denen sie bis in die heutige Zeit MACHT und EINFLUSS  ausüben. Zu den Freimaurern, die in ihren Anfängen im Mittelalter tatsächlich aus einer Elite von Bauhandwerkern entstanden,  zählte u.a. später auch der deutsche Kaiser. Bis heute ist Frauen die Mitgliedschaft verwehrt.

Wir Frauen haben es bisher versäumt, uns zu ähnlich starken Interessen-Gruppen zusammenzuschließen. Das ändert sich aber gerade. Im Gegensatz zu den Beginen-Gemeinschaften des Mittelalters, die aus Witwen und alleinstehenden Frauen bestanden, die nur in der Gemeinschaft ein einigermaßen normales Leben führen konnten, können wir Beginen von heute frei wählen, wie und in welcher Form wir leben wollen.

Dass gerade deshalb in Deutschland und speziell in NRW die Beginen gerade eine Renaissance erleben, spricht für sich.

Endlich haben auch wir Frauen begriffen, dass sinnvolle Gemeinschaften stark machen und es uns erst ermöglichen, ein wirklich selbstbestimmtes Leben zu führen, ohne Hilfe von Männern.

(Tess Henke)


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